„Ein Forum ist ein Raum, in dem man sich ausdrücken und mitteilen kann.“ Nach diesem Grundsatz hatte der Ortsverband Sontra-Herleshausen am Freitag zum „Integrationsforum“ in den Sontraer Kirschtraum eingeladen. Verstanden als ein gesamtgesellschaftlichen Auftrag war die Teilnehmerliste entsprechend.
Als prominentesten Gast begrüßte FDP-Ortsvorsitzender Markus Hövelborn die Bundestagsabgeordnete und Drogenbeauftragte der Bundesregierung Frau Mechthild Dyckmans. „Wir können es uns auf keinen Fall leisten, Menschen nicht in unsere Gesellschaft zu integrieren“, sagte sie mit Blick auf den zu erwartenden Fachkräftemangel. Insbesondere in ländlichen Räumen wie Nordhessen mache sich die demografische Entwicklung bemerkbar und sie mahnte an, dass Potenzial von Menschen mit Migrationshintergrund nicht einfach zu verschleudern.
Begonnen hatte die Veranstaltung zuvor Staatssekretär Dr. Rudolf Kriszeleit aus dem Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa mit einer kurzen thematischen Einführung. An seiner Seite rundete die Referatsleiterin und Einwanderungsexpertin im Ministerium, Wiebke Schindel, die Expertenrunde ab. Beide waren der Einladung von MdL Jochen Paulus gefolgt der erstmalig ein solches Forum in der Region ins Leben gerufen hatte.
Kriszeleit stellte zunächst einige unterschiedliche Projekte der hessischen Regierung vor und betonte vor allem die Bereitschaft, die Erkenntnisse aus den neu geschaffenen „Modellregionen Integration“ zur Verfügung zu stellen. Schließlich sei es Absicht, dass alle von den positiven und negativen Erfahrungen profitieren. Mit Kassel als eine dieser Modellregionen bot auch die dortige FDP-Kreisvorsitzende Dyckmans ihre Unterstützung an.
Wichtigster Teil des Forums war jedoch der rege geführte Dialog den Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer schließlich eröffnete. Neben ihm waren auch der Stadtverordnetenvorsteher sowie zahlreiche Vertreter aus Politik, Kirchen und Vereinen der Einladung gefolgt. Schäfer zog noch einmal Bilanz aus der Geschichte der Stadt, in der in unterschiedlichen Epochen verschiedene Gruppen von Einwanderern größtenteils problemlos integriert wurden. Positiv bewertete er, dass es zu keiner Ghettobildung gekommen sei. Paulus machte daraufhin noch einmal deutlich, warum er Sontra für diese Veranstaltung ausgewählt hat: „Grund war nicht etwa, dass wir hier einen besonderen Handlungsbedarf festgestellt haben. Aber mit dem höchsten Anteil an Migranten im Werra-Meißner-Kreis bietet Sontra das größte Potenzial“. Nachwuchssorgen in den Vereinen und gerade bei den Feuerwehren und Rettungsdiensten machten deutlich, dass jeder beim Thema Integration etwas zu gewinnen hat.
Ein besonderer Dank galt dann noch Julia Adolph und Sascha Hövelborn für die umfangreiche Organisationsarbeit. Letzterer schaffte auch gleich als Vorsitzender des Heimatverein Sontra e.V. ein erstes Ergebnis des Forums. Er lud die ausländischen Mitbürger ein, sich beim Mühlenfest am Pfingstmontag mit Spezialitäten aus der Heimat zu präsentieren.
Passend erscheint damit auch das Fazit der Werra-Rundschau zu dieser Veranstaltung: „Es war ein fairer- und guter Dialog zwischen Politik, Kirche, Vereinen und ausländischen Bürgern. Auf gleicher Augenhöhe und geprägt von gegenseitigem Interesse.“
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